Geschrieben von Gisela Reinhardt
Datum: Freitag, 27. Mai (27.05.2022)

Nach Coronabedingter Abstinenz lud am Wochenende "World of Pipe Rock and Irish Dance" Cornamusa wieder zu einer Reise auf die grüne Insel und in die Highlands von Schottland ein. Mit einem neuen anspruchsvollen Unterhaltungsprogramm, das mit irischer Stepptanzkunst, traditioneller schottischer Musik und beeindruckenden Videoprojektionen die Geschichte von Richard und Maried erzählt, tauchten Künstler und Theaterbesucher gleichermaßen ein, in keltische Fantasien des 17. Jahrhunderts in Galway , einer Hafenstadt an der irischen Westküste. Richard wird in der Geschichte von Piraten gekapert und muss als Sklave in der Festung von Gibraltar, an der Südküste Spaniens, bei einem Goldschmied arbeiten. Maried bleibt zunächst verzweifelt zurück, macht sich aber von Sehnsucht nach ihrem Liebsten getrieben, auf den Weg, ihn zu suchen. Richard fertigt einen Ring an, der dem Entführten Kraft und Glück verleiht, sich von der Sklaverei zu befreien. Wie erwartet, siegt am Ende die Liebe und es wird ein Hochzeitsfest gefeiert. In farbenfrohen Kostümen tanzen sich die Tänzer der international besetzten "Irish Beats Dance Company" mit dem rhythmischen Trommeln der Steppschuhe durch die Geschichte und in die Herzen der Besucher. Mit Gyula Glaser, der als dreifacher Europameister Erfolge am Off-Broadway New York feierte, sowie mit Nicole Ohnesorge, die Tänzerin mit den drittschnellsten Füßen der Welt, hat die Show nicht nur Spitzentänzer, sondern auch erfahrene Choreografen an der Seite. Die siebenköpfige Liveband überzeugt mit klassischem fünfstimmigen Satzgesang und virtuosem Spiel an Pipe, Dudelsack, Gitarre, Keybord und Drums. Neben dem Sologesang von Torsten Baehring beeindruckte die Stimme von Geigerin Patricia Siebeck durch ihre Klangfarbe und Kraft. Bei allen Akteuren des Schottisch-Irischen Tanzkonzerts spürt man die Freude eines jeden und die Harmonie im Team. Auch, wenn man meint, Spontanität zu erkennen, ist doch jede Bewegung trainiert und eingebunden in das synchrone Zusammenspiel. Die gute Stimmung im Theatersaal des Eichsfelder Kulturhauses in Heiligenstadt war der eines irischen Pubs sehr ähnlich. Manch einer hätte sich gewünscht, dass Tabletts mit Guinness Pints, die bis zum Rand mit dem leckeren irischen Schwarzbier gefüllt sind, serviert würden. In der Pause war der Stand für Getränke und Erfrischungen zum Ärger zahlreicher Gäste verwaist. Die gute Stimmung ließ sich aber dennoch niemand verderben. Zum Finale bebte der Saal und Künstler und Gäste waren in Hochform. Nachdem am Ende der Show alle Autogramme geschrieben und Fotos gemacht worden waren, standen die Chefs der Show Peter Scheler und Torsten Baehring, beide aus den „Grünen Highlands von Thüringen“ kommend und noch voller Adrenalin, Rede und Antwort.
Peter, der Gründer von Cornamusa, erzählte, dass er oft nach dem Aufwachen neue Ideen hat, die dann in die Bühnenshow integriert werden. Er ist der „Showman“, der auch an den Videoprojektionen bastelt, bei denen die Zuschauer in ihren Bann gerissen werden. 50% aller Songs der Show stammen aus der Feder von Peter, Torsten und Gitarrist Ace. Stolz sind beide auf die internationale Besetzung in ihrem Ensemble. Je nach Größe der Bühne, werden Tänzer dazugebucht und eingeflogen. Bei großen Häusern, wie zum Beispiel im Gewandhaus Leipzig stehen 16 Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne. Auf das Klima im Team angesprochen, loben beide das freundschaftliche Miteinander. „Wir haben das Glück, nur liebe Menschen im Ensemble zu haben. Da geht alles besser und wir haben miteinander Freude an der Arbeit.“ Jetzt kommt Patricia, die Sängerin und Geigenspielerin der Show dazu. Sie ist aufgewachsen in Irland und Wien, hat bei den Wiener Philharmonikern als Sologeigerin gearbeitet und wird von ihren Künstlerkollegen als Kumpel und Seele von Menschen bezeichnet. Sie sagt: „Allüren bringen einen nicht weiter.“ Dann berichten sie von der Zeit mit Corona und der immerwährenden Hoffnung, dass es im nächsten viertel Jahr weitergeht. Jetzt sind sie froh, wieder auf die Bühne zu dürfen und stellen bei jeder Show fest, dass die Menschen „hungrig“ nach Frohsinn und Unterhaltung sind. Zum Schluss berichten Peter Scheler und Torsten Baehring von ihren Plänen und Vorbereitungen der Tour durch die USA. Trotz schwierigster Voraussetzungen, Visa, Absprachen mit den Gewerkschaften, Anschaffung von Technik vor Ort, Gründung der CORNAMUSA ENTERTAINMENT LLC in Florida, haben sie alles gemeistert und bereits 80% der Karten verkauft. Eine Woche vor dem Start kam Corona und mit dem Virus zerplatzten alle Träume und Hoffnungen. Doch „CORNAMUSA - World of Pipe Rock and Irish Dance“ lässt sich nicht entmutigen und zieht weiter im Schottenrock mit traditioneller irischer und schottischer Musik sowie hochkarätigem Irish Stepdance durch die Lande. Nicht umsonst hat der heilige Patrick, der Schutzheilige der Iren das Kleeblatt als Symbol und das soll ja bekanntlich Glück bringen.